Nachbarduell: Ragnitz muss gegen Gralla Federn lassen

Seit Beginn der EDV-Aufzeichnungen duellierte sich der USV Glas Temmel Ragnitz mit dem SV Raiffeisen Pichler Bau Gralla zum 26. Mal. Vor einigen Jahren noch gemeinsam in der Oberliga, trafen sich nun beide Teams abermals in der Unterliga West. Im Duell der beiden Nachbarvereinen setzte sich der Favorit klar durch. Der Favorit Gralla siegte in Ragnitz verdient mit 3:0.

Nach der tollen Saison im Vorjahr, in der Ragnitz als Vizemeister am ersehnten Wiederaufstieg nur knapp scheiterte, war der Saisonverlauf für die Heimelf eher durchwachsen. Im Derby gegen den Rivalen Gralla wollte die Truppe von Luka Pekez wieder einmal voll punkten. Bei herrlichem Wetter begannen beide Teams sehr konzentriert, doch die Gäste präsentierten sich kompakter und kombinationssicherer und wurden ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht. Die rund 150 Besucher mussten trotzdem bis zur 26. Minute ausharren, erst da bekamen sie die erste nennenswerte Torchance zu sehen.

Der SV Gralla zeigte von Beginn an, wer der Herr in der Julius-Meinl-Arena war.

In einer Druckperiode der Gäste konnten die Hausherren die Kugel nicht aus dem Strafraum bringen. Gernot Krasser wurde am linken Fünfer sträflich alleine gelassen und donnerte das Spielgerät an den linken Innenpfosten, der Ball flog aber nach rechts ins Out weg. Nur sechs Minuten später dirigierte Timotej Petek die Kugel aus einem Freistoß von halbrechts in Richtung rechter Torstange, doch der Ragnitz-Keeper Lukas Winter war mit seinen Fingerspitzen rechtzeitig dort und lenkte den Ball an den Torpfosten und somit letztendlich in den Korner. Mit dem 0:0 Pausenstand holte Schiedsrichter Heimo Mitteregger beide Teams in die Kabine. Die heimischen Fans waren ein bisschen traurig, konnten sie doch im ersten Durchgang keine Chance ihrer Mannschaft bejubeln. In der zweiten Spielhälfte übernahmen die Gäste mehr und mehr die Initiative und wurden in der 58. Minute für ihre Bemühungen belohnt. Nach einem Bilderbuch Konter von links spielte Pascal Jaunegg einen Stanglpaß, Benjamin Haas gab sich mannschaftsdienlich, stieg drüber und Timotej Petek schob den Ball zum 0:1 ein. In der 60. Spielminute kamen die Gastgeber zu ihrer ersten und auch einzigen Chance. Gregor Vracko zirkelt einen Freistoß in Richtung rechte Kreuzecke, einige Ragnitzer Fans wollten bereits die Hände zum Jubeln aufreißen, hatten jedoch die Rechnung ohne den Gralliger Schlussmann Hannes Rudman gemacht, der den Ball souverän abwehrte. Quasi im Gegenzug, spielte der, von der Ragnitzer Defensivabteilung sträflich allein gelassene Timotej Petek, einen Stanglpass auf Marko Stojadinovic. Aus drei Metern Entfernung war es ihm ein leichtes den 0:2 Führungstreffer zu erzielen.

Die Abwehr von Ragnitz erlaubte sich einige Patzer und hatte bei diesem Spiel einen rabenschwarzen Tag. 

Auch bei diesem Tor sah die Ragnitzer Abwehr ganz schlecht aus, sechs Verteidiger schafften es nicht, die beiden Offensivkräfte zu bändigen. Das Tor zum 0:3 in der 83. Minute fiel unter die Rubrik „Kurisoses aus dem Fussballunterhaus“. Während die heimischen Spieler sich damit beschäftigten, mit dem Schiedsrichter zu diskutieren, erkannten die Gäste die Chance, flankten schnell in den Strafraum und der zuvor eingewechselte Mitja Flisar bewegte sich ganz gemütlich zum Ball und überhob per Kopf den herauseilenden Ragnitzer Schlussmann. Damit war der Fisch geputzt und Gralla sorgte für eine weitere Niederlage der Ragnitzer. Beide Teams sind in der nächsten Runde in der Fremde. Ragnitz reist nach Ligist und Gralla muss in Lannach bestehen.

RAGNITZ –  GRALLA 0:3 (0:0)

Torfolge: 0:1 (58. Petek), 0:2 (62. Stojadinovic), 0:3 (83. Flisar)

Stimmen zum Spiel:

Franz Tappler, Schriftführer USV Ragnitz: Das Abwehrverhalten einiger Spieler war heute mehr als aufklärungswürdig. Solche Tore dürfen einfach nicht passieren.“

Marcel Hofer, Sektionsleiter Gralla: „Großes Kompliment an den Trainer für den perfekten Matchplan und ein großes Lob an das gesamte Team für die Spitzenleistung.

Beste Spieler:

Jakob Schlögl (Ragnitz), Timotej Petek (Gralla)

by René Dretnik

 

 

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