Kreuzstettens Sektionsleiter Erich Brim: "Situation ist vielleicht eine Chance für Wandel der Gesellschaft"

"Die getroffenen Maßnahmen sind grundlegend sicher in Ordnung und wir haben uns strikt an die Anweisungen gehalten, das Training wurde in allen Bereichen bis auf weiteres abgesagt und es findet kein Vereinsleben statt. Die Spieler wurden von uns angewiesen, ein bis zweimal pro Woche laufen zu gehen. Unser Verein spielt weder um den Abstieg, noch können wir Meister werden, jede Entscheidung im Bezug auf die Meisterschaft ist für uns absolut in Ordnung", meint FC Kreuzstettens Sektionsleiter Erich Brim. "Jetzt hängt es davon ab, ob die Meisterschaft noch fertig gespielt wird oder eingestellt wird, vor Ostern wird es meiner Meinung nach nicht weitergehen. Theoretisch kann man bis Anfang Juli spielen, dann könnte es sich ausgehen."

"Ein wirtschaftlicher Entgang ist sicher"

"Wenn es aber schon in den Mai hineingeht, muss der Verband entscheiden und das wird sicher schwierig. Es geht da vor allem auch um den Reservebetrieb und die Frage ist, ob für die erste Mannschaft der Rhythmus verkraftbar ist. Die Bundesliga hat ja die Pause bereits bis Ende April verlängert, man wird sehen, welche Maßnahmen in der nächsten Zeit getroffen werden. Wir werden uns auf jeden Fall an die Anweisungen halten", ergänzt Brim.

Neben der sportlichen Frage müssen die Vereine in ganz Österreich aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auch den finanziellen Aspekt im Blick haben, der Sektionsleiter des Neunten der 2. Klasse Weinviertel Süd meint dazu: "Unser Budget ist nicht so hoch, hat sich aber, seitdem wir wieder in der 2. Klasse eingestiegen sind, natürlich erhöht. Es gibt sicher einen wirtschaftlichen Entgang, wir haben am 12. Mai unseren Wandertag, er könnte sich vielleicht noch ausgehen. Im Sommer veranstalten wir unseren Sportlerheurigen, dieser könnte hoffentlich stattfinden, es wird sich weisen, ob die Veranstaltungen ausfallen." Von der Bundesregierung wurde in den letzten Tagen schon Hilfe für kleinere Vereine und den Breitensport angedacht. "Im Amateursport könnte ich mir eine Unterstützung im Steuerbereich vorstellen, auch Förderungen wären möglich. Es ist aber schwierig vorauszusagen, inwiefern es die kleinen Vereine trifft."

Erich Brim sieht in dieser außergewöhnlichen Zeit auch eine Chance: "Es wäre gut, wenn alle an einen Strang ziehen, bis zur untersten Klasse wäre es vielleicht eine Chance, den Aufwand zu verkleinern und auf dem Boden der Realität zurückzukehren. Möglicherweise gibt es einen Wandel in der Gesellschaft und es könnte uns bewusst werden, dass alles auch langsamer gehen kann."

 

 

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