Ganzjahresmeisterschaft als Variante? Yspertals Sektionsleiter Gerald Götsch im Gespräch

"Als letzte Woche von der Politik tageweise immer mehr gekommen ist, konnte man schon zwischen den Zeilen lesen, was auf uns zukommt. Als wir die Maßnahmen des Verbands im Bezug auf den Nachwuchs erhielten, haben wir sofort alle Trainer und Eltern informiert und alles abgesagt. Für die Kampfmannschaften der Damen und Herren hat es der Verband eher den Vereinen überlassen, die Klubs stellten sich die Frage, ob man noch ein Training macht und wie gefährlich dies wäre. Wir haben am Freitag am Vormittag die Trainings bei der Kampfmannschaft, der U23 sowie der Damen eingestellt und es gibt auch kein Treffen am Sportplatz. Die Maßnahmen der Regierung und der Verbände waren vollkommen richtig, vielleicht hat man die ganze Sache zu Beginn noch etwas unterschätzt", meint SV Yspertals Sektionsleiter Gerald Götsch.

Idee zur Einteilung der Saison

"Es stellt sich jetzt die Frage, wie lange diese schwierige Zeit geht, ich persönlich bin der Meinung, dass im Amateurbereich im Frühjahr nicht mehr Fußball gespielt wird. Vielleicht werden in der Bundesliga die Spiele durchgedrückt, wenn man aber sieht, dass sich zum Beispiel in England und Spanien ganze Mannschaften anstecken, glaube ich nicht, dass im Profibereich noch gespielt wird", so Götsch.

Die Spieler des Tabellenzweiten der 2. Klasse Yspertal sind derzeit vom Verein gebeten worden, sich so gut wie möglich fit zu halten. Alle sind per WhatsApp in Kontakt und schicken sich zur Ermunterung lustige Fotos und Videos. Wie die Saison weitergeht und was eine faire Entscheidung wäre, kann Yspertals Sektionsleiter nicht beantworten, er wirft aber eine interessante Möglichkeit in den Raum: "Vor vielen Jahren wurde eine Ganzjahresmeisterschaft angedacht, ich denke, es wäre in dieser Situation vielleicht einen Versuch wert. Man könnte die Frühjahressaison im Herbst zu Ende spielen, dann gäbe es eine Pause und von Anfang März bis Mitte November würde nächstes Jahr eine ganze Saison gespielt. Diese Variante könnt ich mir für den Amateurbereich in Österreich durchaus vorstellen."

"Jetzige Zeit könnte für die Gesellschaft eine Lehre sein"

Falls die Entscheidung getroffen würde, dass der Herbstmeister aufsteigt, fände es Götsch in der eigenen Liga nicht so tragisch, insgesamt aber absurd. In einer 1. Klasse, bei der es dann auch um Absteiger ginge, wäre es ihm auf jeden Fall nicht egal. Yspertals Funktionär sieht in der jetzigen Zeit aber viele wichtigere Dinge auf die Menschen zukommen. "Ich glaube, dass wir noch länger daheim sind, jetzt sollten wir nicht an Fußball, sondern an die notwendigsten Dinge denken. Ich hoffe, dass alle möglichst gesund bleiben, jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Man darf nicht vergessen, dass es andere Länder viel ärger trifft. Es gibt schlimmeres, als uns auf die Couch geschickt zu werden, Fußball ist auf jeden Fall jetzt Nebensache. Für mich besteht eine kleine Hoffnung, dass für die Gesellschaft diese Zeit eine Lehre sein könnte, dass das frühere Leben nicht selbstverständlich ist."

 

 

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