Ronny Brunmayr im Ligaportal-Interview: "Bin wieder offen für Cheftrainer-Rolle"

Nach zwei Jahren als Co-Trainer des europäischen Spitzenklubs Eintracht Frankfurt ist Ronald Brunmayr wieder nach Österreich zurückgekehrt. Während seiner Zeit in Deutschland feierte der ehemalige ÖFB-Teamspieler mit Oliver Glasner herausragende Erfolge, wie den Gewinn der UEFA Europa League oder das Überstehen der Gruppenphase in der Champions League. Ligaportal.at hat sich ausführlich mit dem FC Blau-Weiß Linz-Meistermacher der Saison 2020/21 unterhalten. Ronny Brunmayr spricht dabei über seine erfolgreiche Zeit in Deutschland, seine Zukunftspläne und verrät, ob er gemeinsam mit Oliver Glasner den Weg nach Saudi Arabien mitgegangen wäre.

Ronny Brunmayr

"Fußball sowie Trainer an sich genießen in Deutschland viel höheren Stellenwert als in Österreich"

Ligaportal: Ronny, du hast in deiner Karriere als Spieler ausschließlich in Österreich gespielt, bist dort Torschützenkönig und ÖFB-Teamspieler geworden. Deine erste Auslandsstation hast du aber nun als Co-Trainer bei Eintracht Frankfurt absolviert. Wie hat sich diese Erfahrung für dich persönlich angefühlt?

Ronny Brunmayr: Als Spieler hat für mich der Zeitpunkt einfach nie gepasst. Im Fußball ist so viel auf Timing aufgebaut, du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. In meiner Laufbahn als Spieler hat sich das nie ergeben, in meiner besten Phase sind zudem meine Kinder zur Welt gekommen, da habe ich auch kein Auslandsabenteuer angestrebt.

Zuletzt hat sich eben die Möglichkeit mit Eintracht Frankfurt ergeben. Es waren zwei tolle Jahre, wo ich in einem Traditionsverein erleben durfte, was die Deutsche Bundesliga bedeutet, auch für die Region und die Stadt. Ich denke, dass der Fußball sowie der Trainer an sich in Deutschland einen viel höheren Stellenwert genießt als in Österreich.

Ligaportal: Deine beiden Jahre in Frankfurt waren bekanntlich von großen Erfolgen geprägt. Welche waren aus deiner Sicht die Highlights dieser Zeit?

Ronny Brunmayr: Sicherlich letztes Jahr der Europa-League-Sieg inklusive der gesamten Reise. So sind wir ungeschlagen durch die Gruppenphase gegangen, dann im Achtelfinale der Siegtreffer in der 120. Minute oder der Umstand, dass wir Barcelona ausgeschaltet haben, ins Finale eingezogen sind und dieses dann im Elfmeterschießen gewonnen haben. Das ist schon etwas Bleibendes.

Auch war natürlich die letzte Saison mit der Champions League, in der wir uns als Neuling prompt für die KO-Phase qualifizieren konnten, ein absolutes Highlight. Ein weinendes Auge war sicher der Meisterschaftsbetrieb, wo wir Elfte wurden, sicher besser hätten abschneiden können oder letztes Jahr mit Platz sieben, wo der eine oder andere Punkt mehr möglich gewesen wäre. Dann hätte sich vielleicht die Situation auch anders dargestellt, und man wäre immer noch dort.

"Wenn in Frankfurt öffentliche Trainings abgehalten wurden, waren 2.000 - 3.000 Leute anwesend"

Ligaportal: Wie würdest du das Phänomen Deutsche Bundesliga als Insider beschreiben? Gibt es auch konkrete Unterschiede im Alltag bzw. in den Abläufen der Trainer?

Ronny Brunmayr: Das Interesse ist natürlich ein völlig anderes. Wenn in Frankfurt öffentliche Trainings abgehalten wurden, waren zwischen 2.000 und 3.000 Leute anwesend. Dann hast du noch eine eigene TV-Station, generell ist das Medieninteresse ein anderes. Du bekommst beispielsweise jeden Tag einen Pressespiegel zugeschickt, der 25 bis 30 Schlagzeilen umfasst.

Das Rundherum ist schon gewaltig, auch der Spieltag mit den ausverkauften Stadien und der wirklich tollen Stimmung, wo sich jeder Fan mit seinem Verein total identifiziert. Das ist schon lässig, genau wie der Kitzel, den so ein Spieltag hergibt.

Ronny Brunmayr, Michael Angerschmid und Oliver Glasner

Erfolgreiches, eingespieltes Trainer-Triumvirat bei Eintracht Frankfurt in den vergangenen beiden Spielzeiten: Die Co-Trainer Ronny Brunmayr (li.) und Michael Angerschmid (Mitte) sowie Cheftrainer Oliver Glasner (r.). Mit dem DFB-Pokal-Finale Anfang Juni endete für die drei Österreicher das Gastspiel am Main.

"In Saudi Arabien wäre ich nicht dabei gewesen"

Ligaportal: Du hast vor deiner Zeit als Co-Trainer auch erfolgreich als Cheftrainer gearbeitet. Sehen wir Ronald Brunmayr künftig weiter im Team von Oliver Glasner, oder bist du auch für ein Comeback als Cheftrainer offen?

Ronny Brunmayr: Genau, das sehe ich zweigleisig. Erste Priorität hat schon, wenn sich beim Oli (Anm. Oliver Glasner) etwas ergeben würde. Er hat gesagt, dass er uns als Team gerne so behalten würde, wobei er natürlich auch die Gesetze des Marktes kennt. Ich bin keiner Aufgabe verschlossen, man muss sich im Rahmen des vorhin bereits erwähnten Timings einfach damit auseinandersetzen. Es ist wie damals als Spieler, du musst zum jeweiligen Zeitpunkt die richtige Entscheidung treffen.

Ich bin konkret in beide Richtungen offen, sowohl wenn Oliver etwas macht als auch als Cheftrainer. In Saudi Arabien beispielsweise wäre ich nicht dabei gewesen, aber wenn etwas anderes käme, kann es durchaus sein, dass ich wieder dabei bin. Gleichzeitig bin ich wieder offen für die Cheftrainer-Rolle, das regelt dann ganz einfach der Arbeitsmarkt mit Angebot und Nachfrage.

Ligaportal: Wie vorhin angesprochen, kannst du auch auf eine erfolgreiche Zeit als Spieler zurückblicken. Welche Trainer haben dich dabei besonders geprägt, von wem lässt du besonders viele Elemente in die Trainingsarbeit einfließen?

Ronny Brunmayr: Wer mich sicher geprägt hat, war Heinz Hochhauser. Ihn habe ich in meiner Karriere vier- oder fünfmal als Cheftrainer gehabt, angefangen vom FC Linz über zweimal Ried. Wir stehen noch heute in Kontakt, er ist sicher jener Trainer, den ich am meisten im Kopf habe. Generell gesagt entwickelt sich der Fußball über die Jahre rasend schnell. Was wir damals trainiert haben, war zu jener Zeit sicher richtig, wird aber heute nicht mehr richtig sein.

Was man sich vor allem mitnehmen kann, ist daher der Umgang mit den Spielern bzw. wie Stresssituationen gelöst werden. Das ist daher oft spannender als das Inhaltlich von damals, diese anderen Kompetenzen werden immer entscheidender.

"Hier werde ich sicherlich das eine oder andere Mal sein..."

Ligaportal: Du bist bekanntlich auch dem Unterhaus-Fußball sehr verbunden. Auf welchen Sportplätzen des Landes trifft man dich während deiner fußballfreien Zeit?

Ronny Brunmayr: Ich sitze gerade auf meiner Terrasse, darunter befindet sich der Fußballplatz der Union Dietach. Hier werde ich sicherlich das eine oder andere Mal sein, in Garsten habe ich auch die letzten beiden Spiele besucht, wo es leider nicht für den Aufstieg gereicht hat, die Relegationsspiele habe ich urlaubsbedingt verpasst.

In Wolfern war ich auch einmal, generell werde ich mir hier in der Umgebung das eine oder andere Spiel ansehen. Im August kann ich dann dank Auto Günther, die mir spontan bei meinem Mobilitätsbedarf ausgeholfen haben, meine Kontakte pflegen, hospitieren, sehen, wie andere die Trainings anlegen, einfach in Austausch kommen. Ich werde mir hier einige Trainings und Spiele ansehen, um mich weiterzubilden.

Auto Günther-Chef Hermann Schober mit Ronny Brunmayr

Auto Günther-Chef Hermann Schober mit Ronny Brunmayr

"Diese Möglichkeit haben mir Hermann Schober und sein Team gegeben"

Ligaportal: Wie man merkt, ist eine Rückkehr aus dem Ausland also immer auch mit einem gewissen logistischen Aufwand verbunden. Kannst du uns hier einen Einblick aus dem Profifußball geben?

Ronny Brunmayr: Klar. Bei den Vereinen ist es üblich, dass es zum Beispiel Autosponsoren gibt. Ich habe nun zum ersten Mal in meiner Karriere ein Loch von – hoffentlich nur (lacht) – drei bis vier Monaten. Ich bin daher froh, dass mir Auto Günther eben die Mobilität geben konnte, die ich brauche, um präsent zu sein.

Es ist alles sehr schnelllebig, wenn du nirgendwo aufscheinst, dir keine Spiele bzw. Trainings vor Ort ansiehst oder nicht in den Austausch gehst, verlierst du schnell den Anschluss. Diese Möglichkeit haben mir Hermann Schober und sein Team gegeben.

Ligaportal: Auto Günther ist im Übrigen auch langjähriger Partner von Ligaportal, das interessiert uns jetzt natürlich. Wie kam es, dass du dich ausgerechnet an dieses Unternehmen gewendet hast?

Ronny Brunmayr: Zu Beginn meiner Karriere, bei Keli Linz, war das Unternehmen Günther bereits Autopartner. Seit Hermann Schober im Unternehmen führend ist, war ich auch immer dort, etwa beim Vereinsprojekt des Fußballverbands oder in der Akademie. Der Kontakt ist nie abgerissen, die tollen Angebote für den Sport – angefangen beim OÖ-Hallencup, wo die Busse zur Verfügung gestellt wurden oder die Pool-Autos – haben Auto Günther schon zur ersten Anlaufstelle innerhalb der Fußballfamilie gemacht.

Fotocredit: Harald Dostal/www.sport-bilder.at, IMAGO/Jan Huebner und Auto Günther

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