Der 4050-Minuten-Mann

kalsdorf.jpgSeit eineinhalb Jahren ist Patrick Stornig nun beim Landesligisten SC Copacabana Kalsdorf. In dieser Zeit hat der 21-Jährige jedes Spiel zur Gänze absolviert. Mit steirerliga.at spricht er in einem Interview über sich, seine Familie, sportliche Ziele, Kalsdorf und über den Einstieg vom Ligaportal in Kärnten. Weiters wird auch das Training von Kalsdorf Trainer Hannes Reinmayr unter die Lupe genommen.

steirerliga.at: Sagt dir die Zahl 4050 in Bezug auf Kalsdorf etwas?

Patrick Stornig: "Spielminuten, oder?"

steirerliga.at: Du hast, seitdem du in Kalsdorf bist, jedes Landesligaspiel durchgespielt - wie geht das als Verteidiger?

Patrick Stornig: "Ich möchte immer meine Leistung bringen. Und es ist mein Ziel, dass ich durchspiele.
Ich versuche meine körperlichen Fähigkeiten und meine Schnelligkeit auszuspielen, so dass ich ohne Foul den Zweikampf und den Ball gewinne. Und das gelingt mir zum Glück meistens."

steirerliga.at: Apropos Verteidiger! Du bist beim SCK ja der Abwehrchef im Abwehrzentrum. Wo siehst du dich in der Zukunft? Weiterhin als Innenverteidiger oder traust du dir auch einen offensiveren Part zu? Bei anderen Vereinen hast du beispielsweise auch schon als Außenverteidiger gespielt.

Patrick Stornig: "Im Mittelfeld hab ich noch nie gespielt. Ich würde mich als universellen Abwehrspieler bezeichnen – fühle mich aber hier in Kalsdorf im Abwehrzentrum sehr wohl. In Spittal habe ich zum Beispiel auf der rechten Abwehrseite gespielt. Wenn der Trainer sagt, dass ich einen Außenverteidiger spielen soll, dann ist das natürlich auch möglich. Es liegt aber nicht in meinem Entscheidungsbereich. Der Trainer stellt auf, und das ist auch gut so. (lacht)"

steirerliga.at: Bleiben wir kurz noch in Kalsdorf: Wie gefällt es dir hier? patrickstornig.jpg

Patrick Stornig: "Es passt alles. Alle Verantwortlichen sowie das sportliche Umfeld mit Sportzentrum, Trainingsplatz und Hauptfeld sind hier perfekt. Auch Kalsdorf selbst dürfte ein netter Ort zum wohnen sein. Ich selber bin sogar in einem noch kleineren Ort (Anm. Maria Saal) aufgewachsen."

steirerliga.at: Wie war das erste halbe Jahr nun unter Hannes Reinmayr?

Patrick Stornig: "Da darf ich ein positives Resümee ziehen. Das Training ist wirklich top, qualitativ hochwertig und sehr abwechslungsreich. Für einen Landesligaverein würde ich sagen, dass wir hier mit hoher Intensität trainieren. Reinmayr ermöglicht uns, vorwiegend Studenten, auch ein Individualtraining am Vormittag in kleiner Gruppe. Da geht er genau auf jeden einzelnen Spieler ein."

steirerliga.at: Was sagst du zu seinem bevorzugten 4-2-3-1 Spielsystem?

Patrick Stornig: "Also mir als Abwehrspieler gefällt es sehr gut. Mit den zwei defensiv orientierten 6ern kann man im Abwehrzentrum sehr kompakt stehen. Offensiv kann man über die Flügel Druck machen und der zentrale Mittelfeldspieler hat alle Freiheiten."

steirerliga.at: Wie erklärst du dir die Heimstärke und die Auswärtsschwäche vom SC Kalsdorf?

Patrick Stornig: "Das hab ich mich selbst auch schon öfters gefragt. Da wir körperlich sehr stark sind, kommt uns der große Platz zu Hause entgegen. Ich denke auswärts konnte die Mannschaft nicht immer ihr ganzes Potential, das sie daheim gezeigt hat, ausnutzen. Daran müssen wir sicher arbeiten."

steirerliga.at: Es ist kein Geheimnis, dass du als Kicker höhere Ziele hast: Wie sehen deine Pläne für die Zeit nach Kalsdorf aus?

Patrick Stornig: "Mein persönliches Ziel ist es, in einer höheren Liga zu spielen. Wenn ich verletzungsfrei bleibe, traue ich mir den Sprung in die Erste Liga auf alle Fälle zu. Die individuelle Klasse der Gegenspieler ist sicher höher und das macht dann das Verteidigen schwieriger. Aber ich kenne meine Qualitäten und meinen Ehrgeiz und daher bin ich überzeugt, dass ich es mit ein bisschen Glück ganz nach oben schaffen kann. Ich warte quasi nur auf meine Chance mich beweisen zu können."

steirerliga.at: Du hast bei allen Spielen deine Familie dabei? Wie wichtig ist dir das?

Patrick Stornig: "Egal wo ich gespielt habe (Anm. BNZ FC Kärnten, AKA Austria Kärnten, St.Veit, Spittal und jetzt Kalsdorf) meine Familie war immer voll dabei. Früher war es normal - aber ich kann es erst jetzt schätzen, da ich wegen Studium und Fußball die ganze Woche hier bin und dadurch die Familie nur an den Spieltagen sehe."

steirerliga.at: Du bist „der Kärntner“ vom SC Kalsdorf. Das Ligaportal baut nun auch Richtung Kärnten aus. Was sagst dazu?

Patrick Stornig: "Das Portal generell ist super. Man ist immer top informiert und am neuesten Stand. So wie in der Steiermark würde das Ligaportal natürlich auch die Kärntner Liga beleben. Es gibt ja auch dort wie hier nichts Vergleichbares."

steirerliga.at: Was geht in dieser Saison noch mit dem SC Copacabana Kalsdorf?

Patrick Stornig: "Der Druck ist jetzt natürlich geringer. Vor Saisonbeginn war Kalsdorf für viele der große Favorit. Aber man hat im Sommer die halbe Mannschaft ausgetauscht. Da dauert es immer ein bisschen bis man sich blind versteht. Man braucht nur schauen - die Mannschaften, die eingespielt waren, wie Kapfenberg, Pachern oder Gleisdorf, stehen jetzt ganz oben. Wir müssen an die Heimstärke anschließen und auswärts Punkte machen. Wir müssen Umfaller erzwingen. Für den Verein wäre natürlich der Steirer-Cup-Erfolg toll. Der Cuptitel ist wohl leichter zu holen und man kann sich auch so für den ÖFB-Cup qualifizieren. Das wäre schön für Kalsdorf."

von Andreas Kauc

 

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