Hochspannung im Unterhaus! Wohin rollt die Kugel am kommenden Mittwoch?

Der Amateurfußball ist am Ende. Das steht nach dem Beschluss der Regierung, Veranstaltungen bis Ende Juni zu untersagen, fest. Offiziell beschlossen wird der Abbruch am kommenden Mittwoch, 15. April, bei der erstmalig einberufenen Videokonferenz des ÖFB-Präsidium. Geisterspiele, die als Retter der Saison für Profis gelten, sind im Amateurfußball keine Option. Gerade die kleinen Vereine sind angewiesen auf die Einnahmen der Zuseher bzw. dem Kantinenbetrieb. Abgesehen von den nötigen Corona-Tests, die für Zehntausende Amateurkicker nicht zur Verfügung stehen würden. Wie geht es nun weiter? Gibt es Auf- oder Absteiger? Der ÖFB lässt gerade ein Rechtsgutachten erstellen, das dann österreichweit seine Anwendung findet. Da braucht es dann, damit man das Bemühen von Schiedsgerichten oder gar dem Rechtsweg unterbinden kann, kreative und innovative Lösungsansätze. Welche Varianten kommen nun am Mittwoch infrage? Ligaportal Steiermark hat sechs Lösungs-Möglichkeiten genauer unter die Lupe genommen.

 

Gleisdorf

(Ein bummvolles Stadion: Ein Szenario auf das man auch in Gleisdorf noch länger verzichten muss)

 

Variante 1:

Annullierung und Neustart 2020/21 mit gleichen Teams pro Liga

Der bereits gespielte Herbst 2019 wird für null und nichtig erklärt. Die Ligen starten im Herbst mit den gleichen Mannschaften, wo dann jeder wieder eine neue Chance bekommt. Spielerwechsel im Sommer muss man natürlich zulassen. 

Pro:

Einfache Lösung, die Größe der Ligen bleiben unverändert / Auf- und Absteiger fallen weg, die Wertigkeit wäre aufgrund einer nur halb gespielten Saison auch nur eine geringe / keine Auswirkungen auf die nächste Saison / Gleichbehandlung aller Mannschaften

Contra:

Der Herbst 2019 bzw. der Einsatz von Spielern und Funktionären wird komplett entwertet / klare Tabellenführer müssen nochmals neu durchstarten und das in einer Spielzeit mit neuen Voraussetzungen / Fragen bezüglich Punkteprämien und Sponsorgeldern für eine annullierte Saison werden aufkommen / die Frage kommt auf, wie man in der Regionalliga die Teilnehmer im ÖFB-Cup bestimmt.

 

Variante 2:

Wertung aber nur mit Auf- und keinen Absteigern

Um die Tabellenführer nicht komplett ihrer Leistung zu berauben, wäre eine Variante, nur Aufsteiger zu belohnen und mögliche Absteiger zu schonen, weil nach 15 Spielen der Gang in die untere Liga zu hart wäre. Auf den ersten Blick gibt es gegenüber einer Annullierung keine Verlierer, da sich nur für die Tabellenführer etwas ändert, für die anderen Teams bleibt zur Annullierung alles gleich, d.h. auch bei knappen Tabellenverhältnissen wird niemand benachteiligt.

Pro:

Leistungen der Saison 19/20 werden gewertet / interessante einmalige neue Konstellationen in der RLM und LL mit z.B. 18 Vereinen / ähnlich einfach planbar und organisierbar wie die Annullierung.

Contra:

Nach nur einer halben Saison erscheint der Aufstieg als sehr "einfach" / aufgrund der Auslosung bzw. der nicht identen Anzahl an Heimspielen erscheint der Aufstieg als nicht fair / in der nächsten Saison gibt es viel mehr Absteiger in den Ligen z.B. vier Fixabsteiger in der Landesliga 

 

Variante 3:

Übernahme der Punkte bzw. halbierten Punkte in die nächste Saison

Wie schafft man es unter einem Hut zu bringen, die letzte Saison nicht komplett zu entwerten und dabei nicht mit einer halben Saison Aufsteiger zu haben. Die Antwort wäre die Leistungen der Saison 2019/20 in der nächsten Saison anzurechnen. Dies könnte mit Übernahme der ganzen Punkte oder ähnlich wie in der Bundesliga mit den halbierten Punkten geschehen.

Pro:

Klare und einfache Lösung wie bei der Annullierung / das Investment in die Saison 19/20 wird nicht entwertet / für eigentlich kein Team wirklich unfair, da niemand etwas verliert und niemand zu leicht etwas bekommt.

 

Contra:

Für Teams und Ligen mit großen Abständen eventuell etwas demotivierend so lange hinterherlaufen zu müssen / die Saison kann nicht für sich allein betrachtet werden / Anzahl Hin- und Rückspiele ist  in Summe nicht für alle alle gleich

 

Variante 4:

Saison im Herbst fertigspielen und Blitzmeisterschaft im Frühjahr 2021

Hauptargument gegen die zweite Variante mit Aufsteigern aber ohne Absteiger ist, dass das so nicht geplant war und je nach Auslosung die halbe Saison nicht fair bewertet werden kann. Dies könnte man insofern lösen indem man die Saison 2019/20 im Herbst 2020 einfach wie ausgelost fertig spielt und dann geplant im Frühjahr 2021 einmalig eine Blitzmeisterschaft spielt.

Pro:

Meisterschaft wird wie geplant gespielt / niemand wird im Nachhinein benachteiligt oder bevorzugt / die Blitzmeisterschaft ist zwar kürzer, aber allen Teams sind die Umstände/Regeln im Vorhinein schon klar

Contra:

Im Frühjahr 2021 wird eine sehr kurz Meisterschaft, diesmal mit geplanten unterschiedlichen Heimrechtvorteil / damit aber auch wieder ein fraglicher Titel und Aufstieg gegenüber anderen Teams, diesmal aber für alle vorher klar / welche Teams spielen dann ÖFB-Cup bzw. wie wird Steirer-Cup ausgelost? 

 

Variante 5:

Saison auf Kalenderjahr umstellen

Das scheint auf den ersten Blick auch eine klare Lösung zu sein, weil man die angefangen Saison im Herbst fertig spielen könnte und dann 2021 wieder in eine komplette Saison starten würde. Problematisch dabei sind aber vor allem die komplette Umstellung des Ablaufs im österreichischen Fußball und das Zusammenspiel mit den anderen Ländern, da solch eine Umstellung natürlich nur von der Bundesliga bis in die letzte Liga sinnvoll wäre.

Pro:

Meisterschaft wird wie geplant gespielt / keine halben Meisterschaften / Haupttransferzeit im Winter eventuell sinnvoller / ein Vorschlag der unabhängig von der aktuellen Saison schon länger diskutiert wird

Contra:

Bisher keine Mehrheit in den Vereinen / kann nicht so ohne weiteres beschlossen werden, müsste einen viel längeren Evaluierungsprozess durchlaufen, da sich alles grundsätzlich ändert / wer will ein Meisterschaftsfinale im November? Eine Meisterfeier im Herbst/Winter?

 

Variante 6:

Playoff um Auf-/Abstieg

Wann soll diese gespielt werden? Wer soll diese spielen, wenn in manchen Ligen gleich fünf oder sechs Teams innerhalb weniger Punkt sind. Dies war bis zur Bekanntgabe, dass alle Veranstaltungen bis Ende Juni verboten sind noch eine mögliche Variante, aktuell eher nicht mehr.

 

Für welche Variante werden sich die ÖFB-Granden am Mittwoch entscheiden?

So sieht Ligaportal Steiermark den gegebenen Sachverhalt bzw. die Chancen für die einzelnen Vorschläge:

Variante 1: 30 %

Variante 2: 25 %

Variante 3: 25 %

Variante 4: 5 %

Variante 5: 10 %

Variante 6: 5 %

 

Photo: Richard Purgstaller / Ligaportal/Roo

 

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