Familiärer Verein - Zusammenhalt bei Kreuttal während Krise weiter gestärkt

"Einerseits haben wir gesehen was auf alle zukommt, andererseits war ich selbst überrascht, wie schnell alles gegangen ist. Wir haben mit der U10 am Vortag vor den Verordnungen noch gegen Rapid gespielt und es hat geheißen, dass der Betrieb eingestellt werden würde. Dann kamen am nächsten Tag stündlich neue Mitteilungen und wir haben alle Maßnahmen sofort umgesetzt", erklärt SC Kreuttals Sektionsleiter Richard Wagner. "Wir sind in der glücklichen Lage, nicht zittern zu müssen, da wir weder ganz vorne dabei, noch in Abstiegsgefahr sind, so können wir jede Entscheidung vom Verband bzw. dem ÖFB ohne Zaudern mittragen."

Verein sammelt Altmetall

"Ich persönlich denke, wenn die Saison nicht mehr fortgesetzt wird, dass es am besten wäre, sie annullieren zu lassen. In den 70er-Jahren kam es nach einer Maul- und Klauenseuche ebenfalls zu dieser Entscheidung. Es wäre auch ein Playoff eine Möglichkeit und es könnte Relegation gespielt werden, aber es sollen sich darüber andere einen Kopf machen. Als gute Idee fände ich, wenn die Transfers im Sommer ausgesetzt werden würden, damit Leihverträge auch noch genützt werden können. Auch dieses Problem haben wir glücklicherweise nicht", zeigt der Funktionär des Tabellenvierten der 1. Klasse Nord auf.

Kreuttal muss in den nächsten Wochen mehrere Veranstaltungen absagen oder im Kalender nach hinten verschieben, Richard Wagner glaubt aber nicht, dass der Verein dadurch ins Schwanken gerät. Die Verbindung im Verein ist groß und der Zusammenhalt wird während der Krise noch stärker. "Die Spieler sind alle schon lange dabei, vertraglich mache ich mir daher auch keine Sorgen."

"Jetzt läuft bei uns der Schmäh, wir sind alle über WhatsApp im Kontakt und es gab schon zwei Challenges. Von Montag bis Sonntag hat unsre Spielervertreter zudem das Ziel ausgerufen, als ganzer Verein 250 km beim Training zu schaffen. 350 km wurden geschafft, auch die Funktionäre und der Trainer steuerten ihre Kilometer dazu bei. Wir tauschen uns aus, bei uns gab es in der Kantine noch Bier und bevor es irgendwann abläuft wurde es zur Verfügung gestellt. Der Verein sammelt auch Altmetall um durch den Verkauf etwas Geld zu lukrieren. Man sieht, dass der Verein in Krisenzeiten auch Halt gibt, alles ist bei uns sehr familiär und wir werden uns alle extrem freuen, wenn wir uns wieder am Sportplatz treffen", berichtet Kreuttals Sektionsleiter.

 

 

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