Vereinsbetreuer werden

Wenn die Austria plötzlich Rapid "schluckt"

In der Reihe der Ligaportal-Interviews dürfen wir dieses Mal Harald Hummel, Trainer des USC Kirchberg am Wagram/Altenwörth, zu Wort kommen lassen. Der Ex-Coach des Kremser SC, seines Zeichens sensationell ÖFB-Cupsieger 1988 und Europacup-Starter, hat mit seiner Mannschaft in der 1. Klasse Nordwest-Mitte keine leichte Herbstsaison hinter sich. Aber am Wagram blickt man sehr, sehr optimistisch in die Zukunft.

 

Es ist besondere Geschichte. Man muss es sich ungefähr so vorstellen. Zwei Erzrivalen leben Seite an Seite in der selben Marktgemeinde. Finanzielle Probleme lassen trotz einer einzigartigen Tradition irgendwann einmal keine Fortführung mehr zu. Und am Ende frisst der Große den Kleinen? Gibt's nicht? Gibt es doch. In der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram ist ebendies passiert. Der Union Sportclub Kirchberg am Wagram, der am 25. April 1937 im Gastzimmer von Julius Mantler, "Wirt" am Markplatz gegründet wurde, und der nicht viel weniger aber doch traditionsreiche USC Altenwörth (1952 gegründet) sind mittlerweile zusammen.

Das Beste kommt zum Schluss! Der USC Kirchberg am Wagram wurde einst vom mächtigen Vereinsboss Johann Holzschuh von rot-schwarz auf violett-weiß (!) umgefärbt. Und der USC Altenwörth? Na ja, wenn man sich einst Rapid Altenwörth nannte, dann ist es klar: grün-weiß (!) bis in die Knochen. Also fast wie wenn der FK Austria (Insignia) einfach Rekordmeister SK Rapid "schluckt". Am Wagram ist es passiert.

Ligaportal: Wie zufrieden sind Sie mit der Herbstsaison bzw. wie fällt der Rückblick aus?

Harald Hummel: "Die Herbstsaison war sehr durchwachsen. Es war meiner Meinung nach keine Konstanz in unseren Spielen. Das gehört korrigiert. Aber es gibt auch Positives: Erfreut war ich über das Auftreten der eigenen jungen Spieler und ihre Unbekümmertheit. Da werden die Zuseher und der Verein noch viel Freude haben."

Ligaportal: Wie ist die Stimmung im Verein allgemein?

Hummel: "Die Stimmung im Verein ist - soweit ich Einblick habe - sehr gut. Da möchte ich gleich die Gelegenheit nutzen um mich bei den Verantwortlichen zu bedanken, die sehr bemüht sind. Sie sorgen dafür, dass es uns an Nichts fehlt. Und das ist nicht selbstverständlich."

Drei Neue kommen nach "Sankt Wagram"

Ligaportal: Gibt es bereits fixe Zu- bzw. Abgänge? Auf welchen Positionen sehen Sie für das Frühjahr Handlungsbedarf?

Hummel: "Wir haben bereits 3 Neuzugänge (zwei Offensivspieler und einen Defensivspieler). Für die Offensive kommen Artan Selimi (zuletzt Gersthof) und Lukas Grandits (zuletzt Wullersdorf), dazu haben wir uns defensiv mit Dardan Zariqi (kommt vom SV Blau-Weiss Großweikersdorf) verstärkt. Ich freue mich schon sehr auf unser neues Trio."

Ligaportal: Gab es in der Herbstsaison Verletzungsprobleme oder Erkrankungen und wie geht es den Spielern jetzt?

Hummel: "Von Verletzungen sind auch wir nicht verschont geblieben. Unser Abwehrchef Roman Kummerer erlitt leider einen Achilessehnenriss, dazu gab es immer wieder kleinere Verletzungen. Ich denke aber, dass jeder Verein die gleichen Probleme damit gehabt hat."

Ligaportal: Wie sieht die Zielsetzung für die Frühjahrssaison aus?

Hummel: "Wir werden versuchen jedes Spiel zu gewinnen weil nur um das geht es. Das wird für uns die längste Vorbereitung auf die Saison 2022/23."

Ligaportal: Rechnen Sie damit, dass im Frühjahr wieder gespielt werden kann oder wird die Saison erneut abgebrochen?

Hummel: "Ich denke schon, dass die Frühjahrssaison gespielt werden kann. Zumindest hoffe ich es sehr."

Ligaportal: Wer sind für Sie die Titelkandidaten und wer macht am Ende das Rennen um den Meistertitel?

Hummel: "Favorit für mich (wie ich schon vor Meisterschaftsbeginn gesagt habe) ist St. Bernhard. Aber im Fußball ist alles möglich."