Schwierige Entscheidungen für den Verband - Siebenhirtens Coach Wolfgang Quinz: "Es wird Sieger und Verlierer geben"

"Die Entscheidungen der letzten Tage hat jeden natürlich hart getroffen, es war schockierend. Die Maßnahmen wurden aber gut gesetzt, es ist keine Thema, dass es fahrlässig wäre, jetzt zu trainieren oder Fußball zu spielen", meint SC Siebenhirten/Wien-Trainer Wolfgang Quinz zur Entwicklung aufgrund des Coronavirus. "Alle würden natürlich gerne weiterspielen und man hofft, dass es nicht zu lange dauern wird, ich glaube aber nicht, dass es in der nächsten Zeit wieder Fußballspiele geben wird. Die Matches sind bis 5. April abgesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir ab 11. April wieder spielen, obwohl ich es natürlich hoffe. Es sitzen alle im selben Boot, wenn man zum Beispiel fünf Runden nachtragen müsste, wäre es eine sehr große Herausforderung und es gäbe zusätzliche Probleme zum Beispiel wegen fehlenden Flutlichts", so der Trainer des Herbstmeisters der 2. Klasse Ost-Mitte.

Oberes und unteres Playoff?

Vorige Woche absolvierten die Spieler von Siebenhirten das letzte Training, der Betrieb wurde ausgesetzt und jeder einzelne muss sich nun individuell fit halten. "Es kann jeder für sich selbst etwas machen, ich kann nur an die Spieler appellieren, für den Körper etwas zu tun. Wir spielen in der Liga vorne mit, wenn die Meisterschaft doch weitergehen sollte, müssten auch die Spieler fit sein", so Quinz.

Derzeit steht es in den Sternen, wie und ob die Saison in den kommenden Wochen und Monaten fortgeführt wird, Siebenhirtens Übungsleiter sieht die Situation kritisch: "Die wahrscheinlichste Variante ist, dass die Meisterschaft abgebrochen wird, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir am 11. April wieder weitermachen. Auch eine Verlängerung der Saison bis in den Sommer ist schwierig, da die Urlaubs- und bereits die Übertrittszeit beginnt. Es gibt keine faire Entscheidung, wenn komplett abgebrochen und die Saison annulliert wird, ist es für Mannschaften wie für uns nicht so toll. Wenn man den Herbstmeister nimmt, gibt es das Abstiegsproblem und in unserer Liga hat zum Beispiel Gumpoldskirchen gegen uns auswärts gespielt, dies wäre wohl auch nicht fair. Es wird auf jeden Fall Sieger und Verlierer geben!"

"Unser Verein wird Situation überleben"

"Vielleicht wäre  ein unteres und ein oberes Playoff eine Idee, weil dann weniger Spiele auszutragen wären. Dann gäbe es aber wieder die Frage, ob man die Punkte gegen die Gegner aus dem anderen Playoff mitnimmt. Man muss die Entscheidung des Verbandes abwarten und ich hoffe, dass sie die humanste für alle Vereine treffen können", ergänzt Wolfgang Quinz.

Der finanzielle Aspekt wird in den kommende Wochen bei den Fußballvereinen auch eine Rolle spielen, der Coach von Siebenhirten sieht dabei eher in den höheren Ligen ein Problem: "In unseren Klassen geht es noch um relativ wenig, Siebenhirten wird sicher finanziell überleben. Von der Bundesliga bis zur Landesliga trifft es die Klubs finanziell härter, so fair muss man sein. Sie haben zwar größere Sponsoren, allerdings sind auch die Ausgaben deutlich höher."

 

 

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