"Budgettopf könnte kleiner werden" - Brunns Robert Schiener hofft auf generelles Umdenken im Fußball

Nachdem SC Brunn am Gebirge bereits letzte Woche den Nachwuchsbereich sperrte, entschloss sich der Verein am Sonntag dazu, den gesamten Trainingsbetrieb bis auf weiteres einzustellen. Am Montag wurde schließlich vom Verband die Sperre für alle Anlagen beschlossen. "Unsere Spieler haben ein Heimprogramm mitbekommen, heute wurden von der Regierung die Ausgangseinschränkungen bis nach Ostern verlängert. Wenn sich die Situation nach Ostern nicht sichtbar verbessert, sehe ich für eine Frühjahressaison im Amateurbereich schwarz. Man könnte zwar bis Juli spielen, daran glaube ich aber nicht und erwarte daher eine komplette Einstellung", meint Brunns Trainer und Obmann Robert Schiener.

Mögliche Ligareform mit 16 Vereinen?

Zum jetzigen Zeitpunkt und aufgrund der außergewöhnlichen Lage steht noch nicht fest, wie und ob die Frühjahresmeisterschaft in den nächsten Wochen gestartet wird. Robert Schiener sieht auch eine Chance für eine Veränderung: "Vielleicht wird die Situation gleich genützt um eine Ligareform zu machen. Wenn die Ligen auf 16 Vereine aufgestockt werden, könnte es sogar Aufsteiger geben. Wie genau entscheiden wird, kann ich nicht beurteilen."

Durch die abgesetzten Spiele und dem drohenden Aussetzten der Rückrunde entgehen den Vereinen in jeder Klasse Einnahmen, Brunns Obmann meint zum finanziellen Aspekt: "Profivereine steigen schon auf Kurzarbeit um, wir sind aber im Amateurbereich. Der finanzielle Aspekt ist für Vereine natürlich auch entscheidend, Sponsoren könnten in der Zukunft nicht mehr so liquid sein. Bei uns wird es vor allem Veranstaltungen und die Kantine betreffen, da wird es Einbußen geben und welches Budget möglich ist, werden wir nächste Saison sehen."

"Der ASVÖ hat bei den Vereinen angefragt, ob größere Veranstaltungen ausfallen, es sind aber nur Ziffern und keine Geldflüsse. Es gibt in Niederösterreich sehr viele Vereine, da wird für die einzelnen Klubs nicht viel rausspringen", meint Schiener. Der Coach des 2. Landesliga Ost-Vereins hofft auf ein Umdenken im Fußball: "Bei Strom und Gas kann der Verein nicht zurückschrauben, der Hauptposten sind natürlich die Spielergehälter. Wir haben ein gewisses Budget, der Topf könnte etwas kleiner werden und wir werden sehen, wie die Spieler damit umgehen. Nach Ostern hat man hoffentlich schon eine gewisse Sicherheit, wie der Spielbetrieb weitergeht, ich glaube zwar nicht wirklich daran, aber es könnte sich im Amateurbereich im Bezug auf die Spielergehälter etwas bewegen. Die Spirale geht immer weiter nach oben, ein generelles Umdenken wäre sicher positiv."

 

 

 

DAZN: Champions & Europa League, Top-Fußball live - jetzt Gratismonat starten