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Panenka ist in Hohenau allgegenwärtig

In der Reihe der Ligaportal-Interviews ist dieses Mal mit Roman Hallas, Obmann des ASV Hohenau, eine echte Legende dran. Seine Mannschaft überwintert in der Gebietsliga Nord/Nord-West punktegleich mit Neudorf auf Platz eins. Der Winterkönig will im Frühjahr 2022 unbedingt den Aufstieg in die 2. Landesliga fixieren.

Was speziell die Jugend nicht mehr weiß: Hohenau ist eine echte Fußball-Traditionsmarke. Der ASV wurde 1920 als Hohenauer Sport Verein in Hohenau an der March gegründet. 1926 wurde aus dem HSV der Arbeitersportverein ASV. 1933 wurde in Hohenau auch ein Sportverein Rapid gegründet. Nach dem Februar 1934 wurde durch Mitglieder beider Vereine der SC Rapid als Werkssportverein der Zuckerfabrik Hohenau neugegründet. Mit dem Aufstieg in die niederösterreichische Landesliga und den Siegen im Kriegspokal 1937 und 1939 folgte eine erste sportlich erfolgreiche Zeit.

Nach der Befreiung 1945 entstand der Verein unter dem alten Namen Arbeitersportverein als ASV Hohenau neu. 1949 wurde der niederösterreichische Landescup zum dritten Mal gewonnen und mit den Zweitligajahren von 1950 bis 1959 in der Staatsliga B und danach noch bis 1962 in der Regionalliga Ost hatte der ASV Hohenau seine höchstklassigen Saisonen. 1973 bis 1982 und von 1988 bis 1992 spielte man in der niederösterreichischen Landesliga, 1992/93 und 1993/94 wieder in der Regionalliga Ost.

"Berühmt" wurde der Name Hohenau im Fußball in den Saisonen 1989/90 und 1990/91 durch eine echte Ikone: Antonín Panenka, 1976 mit der Tschechoslowakei Europameister und unvergessener Elfmeter-Held im Finale gegen Deutschland, danach in Österreich beim SK Rapid Wien zum großen Publikumsliebling geworden, spielte zwei Jahre lang in Hohenau. Er hat dort nach wie vor Freunde und Bekannte, u.a. Roman Hallas, der mit Panenka noch selbst gemeinsam spielen durfte. 

Ligaportal: Wie zufrieden sind Sie mit der Herbstsaison bzw. wie fällt der Rückblick aus?

Roman Hallas: "Ich bin mit der abgelaufenen Herbstsaison zufrieden. Leider haben wir drei völlig unnötige Niederlagen kassiert, aber wenn man auf Platz eins steht, dann ist das in Ordnung."

Ligaportal: Wie ist die Stimmung beim ASV Hohenau allgemein?

Hallas: "Wirklich gut. Wir sind in Hohenau eine echte Familie."

Die Neuzugänge haben es in sich

Ligaportal: Gibt es bereits fixe Zu- bzw. Abgänge? Auf welchen Positionen sehen Sie für das Frühjahr Handlungsbedarf?

Hallas: "Ja. Offensivmann Osman Ali kommt ebenso aus der 2. Landesliga Ost wie die beiden Mistelbacher Lukas Stetter und Andreas Kleibl. Aber wir sind noch nicht fertig. Verlassen haben uns hingegen David Bielcik (private Grüne), Martin Balaz (SC Leopoldsdorf Marchfeld) und Matej Kosorin (TJ Sokol Lanžhot)."

Ligaportal: Gab es in der Herbstsaison Verletzungsprobleme oder Erkrankungen und wie geht es den Spielern jetzt?

Hallas: "Ja, die gab es, aber dafür hat uns Corona im Gegensatz zum Vorjahr verschont."

Ligaportal: Wie sieht die Zielsetzung für die Frühjahrssaison aus?

Hallas: "Wir wollen Meister werden und aufsteigen."

Ligaportal: Rechnen Sie damit, dass im Frühjahr wieder gespielt werden kann oder wird die Saison erneut abgebrochen?

Hallas: "Bis vor einer Woche hätte ich gesagt: Ja. Aber die jüngste Entwicklung gibt Grund zur Sorge. Ich hoffe einfach nur, dass die Meisterschaft sportlich und nicht auf dem grünen Tisch entschieden wird."

Ligaportal: Wer sind für Sie die Titelkandidaten und wer macht am Ende das Rennen um den Meistertitel?

Hallas: "Es geht bei uns ganz eng zu: Die ersten fünf Mannschaften in der Tabelle sind nur durch einen Punkt getrennt. Hohenau, Neudorf, Wullersdorf und Mannsdorf-Großenzersdorf II sind für mich die vier Titelkandidaten."