ASKÖ Ohlsdorf: "Was im österreichischen Fußball geschehen ist, ist schlimm und einzigartig"

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison vergeigte die ASKÖ Ohlsdorf den Meistertitel. Die Hutterer-Elf ließ sich davon aber nicht beirren, absolvierte in der Bezirksliga Süd eine makellose Hinrunde und krönte sich mit einem satten Vorsprung von acht Punkten zum Herbstmeister. Die Ohlsdorfer waren am Weg Richtung Landesliga, haben die Rechnung aber ohne den Wirt - Corona Virus bzw. ÖFB - gemacht. Denn aufgrund der aktuellen Krise wurde die Meisterschaft bekanntlich annulliert, weshalb die ASKÖ, sollte der ÖFB bzw. OÖFV an der getroffenen Entscheidung, die in Oberösterreich viele Vereine nicht nachvollziehen können, festhalten, in der nächsten Saison zurück an den Start muss.

 

"Der Verband hatte vier Wochen Zeit, alle Punkte zu beleuchten"

Nach dem Beschluss des ÖFB-Präsidiums, die Meisterschaft zu annullieren und nicht zu werten, hängt in Ohlsdorf dier Fahne in sprichwörtlichem Sinne auf Halbmast. "Genauso ist es. Wir haben es befürchtet, hatten aber gehofft, dass der ÖFB sich die Entscheidung nicht leicht macht und vor allem die Fairness in den Mittelpunkt stellt. Aber die Verantwortlichen haben genauso gehandelt, wie in den letzten Jahrzehnten, sind einmal mehr über die Vereine drübergefahren und haben die vorgefasste Entscheidung aus der Schublade geholt", ist Sportchef Kurt Wimmer erzürnt. "Der Verband hatte vier Wochen Zeit, alle Punkte zu beleuchten und danach eine für alle Vereine weitgehend faire Entscheidung zu treffen", spricht der Funktionär die Option an, die im Herbst gesammelten Punkte in die nächse Saison mitzunehmen. "Vermutlich hatte der ÖFB Angst vor dem Wunsch der Vereine, denn ansonsten hätte der Verband die Klubs befragt. Selbst die Meinung der Gruppenobmänner wurde nicht eingeholt. Das einzige was den Herren eingefallen ist, war die Johannes Keppler Universität um ein Rechtsgutachten zu ersuchen. Was da herauskommt, war schon vorher klar".

 

"Mit einem Schlag wird die Arbeit zunichtegemacht"

Nicht nur der Herbstmeister der Bezirksliga Süd, fast alle Vereine in Oberösterreich können nicht verstehen, warum der Verband seine Statuten der aktuellen Situation nicht anpasst. "Der Abbruch der Meisterschaft war alternativlos, es gab aber mehrere und zudem faire Optionen. Der ÖFB ermöglicht mit seinem Beschluss das Überleben der Profi-Vereine, über die Zulkunft des Amateurfußballs haben sich die Granden aber keine Gedanken gemacht und können offene Fragen - was geschieht mit den Leihverträgen bzw. wie sieht es mit der nächsten Transferperiode aus? - nicht beantworten", meint Kurt Wimmer. "Was im österreichischen Fußball geschehen ist, ist schlimm und einzigartig. Der angerichtete Schaden ist vermutlich nicht wiedergutzumachen. Auch wenn wir mit anderen Klubs in Kontakt stehen und es bei diesem Thema kein Konkurrenzdenken gibt, kann ich nur für unseren Klub sprechen. Wir haben seit vielen Jahren in den Nachwuchs investiert und waren stolz auf die vielen Kinder und Jugendlichen, die am Sportplatz dem Ball hinterherjagten. Doch mit einem Schlag wird diese Arbeit zunichtegemacht. Eine längere Pause ist vermutlich der Tod des Amateurfußballs".

 

"Es wird nicht einfach, den gesamten Kader zu halten"

Obwohl der Schock tief sitzt, werden in Ohlsdorf die Ärmel hochgekrempelt. "Ich bin es der Mannschaft schuldig, nichts unversucht zu lassen und die getroffene Entscheidung, gemeinsam mit vielen anderen Vereinen, zu ändern. Auch wenn uns der ÖFB-Beschluss schwer getroffen hat, sind wir fest davon überzeugt, dass die Entscheidung noch nicht in Stein gemeißelt ist", so Wimmer. Der Ball darf auch in Ohlsdorf seit geraumer Zeit nicht rollen, dennoch arbeiten die Kicker auch in diesen Tagen hart. "Die Einstellung der gesamten Mannschaft ist vorbildlich. Die Spieler trainieren individuell fleißig und übermitteln den aktuellen Stand ständig dem Trainer. Aus diesem Grund bin ich persönlich, egal was passiert, zuversichtlich, dass wir auch in der nächsten Saison eine starke, schlagkräftige Truppe stellen werden. Es wird aber nicht einfach, den gesamten Kader zu halten, da der eine oder andere Spieler bei anderen Klubs im Fokus steht", weiß der Sportchef und geht davon aus, dass Coach Norbert Hutterer, nach über sechsjähriger erfolgreicher Tätigkeit, auch in Zukunft die Verantwortung tragen wird. "Norbert arbeitet ungemein akribisch und ist zudem sehr ehrgeizig, weshalb ihn die Entscheidung des Verbandes besonders hart getroffen hat. Auch wenn er derzeit angeschlagen ist, bin ich sicher, dass Hutterer nicht das Handtuch wirft und auch in der nächsten Saison das Zepter schwingt".

 

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