Kleinmünchens U 14+ Mädels düpierten neuerdings die Jungs nach Belieben!

Mussten sich „reine“- Mädchenteams früher in den direkten Duellen den Burschen-Mannschaften sehr oft auch deutlich geschlagen geben, so drehen in der der H-Region Ost U14 Unterliga B aktuell die vermeintlich „Schwächeren“ den Spieß um; warum, wollte das „Ligaportal“ vom Cheftrainer Thomas Wüest in Erfahrung bringen:

 

LIGAPORTAL: Thomas, zu Eurem „Traumstart“ mit 3 ausgiebigen Siegen: 7:0-18:1-4:0 kann ich nur herzlich gratulieren, hast Du es so erwartet?

Wüest: „Danke für die Gratulation, Helmut. Sagen wir einmal so, „erhofft“ habe ich es mir, „erwartet“ allerdings nicht. Da sehr viele Mädchen in den Ferien auf Urlaub waren, habe ich erst seit Schulbeginn wieder eine komplette Mannschaft zur Verfügung. Und auch wenn ich aus der Future League Unterstützung bekomme, ist das kein Selbstläufer. Manche Spielerinnen aus der U16 sehen die Mädchen aus der Future League zum ersten Mal. Umso zufriedener bin ich mit den Ergebnissen, die wir bis dato abgeliefert haben“.

 

Legten einen echten „Traumstart“ hin: die Mädels der U 14+ mit Headcoach Thomas Wüest (rechts) und Kleinmünchen-„Legende“ und Co-Trainer Franz Pöschl (links, Foto: Verein)

 

Mit dem „Alter“ habe ich Probleme, ist das eine U14 oder U 16-Auswahl?

„Aufgrund der Statuten des OÖFV ist es uns gestattet, mit einer U16 Mädchen Mannschaft am U14 Wettbewerb der Burschen teilzunehmen. Das heißt, meine Mädchen dürfen etwas älter sein, was auch notwendig ist, da wir sonst physisch nicht mehr mithalten könnten. Burschen mit diesem Alter bringen zum Teil dann doch schon sehr gute körperliche Voraussetzungen mit und wären den Mädchen natürlich überlegen. Dadurch, dass wir, dank dieser Regelung ältere Mädchen einsetzen können, gleicht sich das wieder etwas aus“.

Kommen diese Akteurinnen gleichzeitig auch in der Future-League zum Einsatz?

„Ja. Die Spielerinnen der Future League pendeln zwischen ihrer Mannschaft und der U16 hin und her. Dabei wird auch getrachtet, dass jede Spielerin gleich fair behandelt wird. Wenn eine Spielerin in der Future League weniger Einsatzminuten hat, soll dieses Manko durch Einsatzminuten in der U16 wieder ausgeglichen werden. Ich persönlich bin über diese Lösung sehr froh, denn Spielerinnen, die nur trainieren und wenig zum Einsatz kommen, sind nicht glücklich. Dieses Problem wurde somit gelöst“.

Wie viele von ihnen werden auch in der Frauenfußball Akademie OÖ ausgebildet?

„Also alle Mädchen, die in der Future League zum Einsatz kommen, werden in der Frauenfußball Akademie OÖ ausgebildet. Wir haben auch noch 3 - 4 Spielerinnen, die dem Akademie Alter entwachsen sind oder die nie in einer Akademie waren, auch diese Akteurinnen kommen noch zu Einsätzen. Aber im Großen und Ganzen handelt es sich bei der Future League um eine Akademie Mannschaft“.

Wie oft trainierst Du mit dieser Mannschaft?

„Ich trainiere mit der U16 dreimal pro Woche. Die Spielerinnen der Future League sind unter der Woche bei Ihrem Team. Damit ist gewährleistet, dass jede Akteurin das optimale Training erhält. Um die Qualität meiner Mannschaft zu heben, arbeiten mein Trainer -Team und ich sehr viel individuell. Unsere Aufgabe ist es, den Vorsprung, den die Spielerinnen der Akademie haben, zu verkleinern und damit auch die Leistungsdichte zu erhöhen. Natürlich wäre es ein schöner Lohn unserer Arbeit, wenn eine Spielerin aus dem U16 Team den Sprung ins Future League Team schaffen würde, das wäre mein erklärtes Ziel“.

In einem Vorbereitungsspiel wurdet ihr kürzlich von Oberösterreichs U14- Auswahl ziemlich deutlich geschlagen, allerdings erst nach der Pause, hat da die Mehrzahl Deiner Schützlinge auf der Gegenseite agiert?

„Dieses Spiel war ein Gradmesser für uns. Da ich selbst als CO – Trainer der OÖ-Auswahl tätig bin, habe ich schon gewusst, welche Qualität uns am Spielfeld gegenübersteht. Meine Trainerkollegin Katrin Mindl hat die Mannschaft sehr gut eingestellt. Meine Mannschaft hat das ganze eher locker gesehen, weil „man“ ja der „ältere“ Jahrgang ist. Dem war dann aber nicht so. Von meiner Mannschaft hat niemand in der Auswahl mitgewirkt, weil sich das vom Alter her nicht mehr ausgeht. In Halbzeit 1 habe ich eine Mischung aus U16 und Future League auf dem Feld gehabt. In Halbzeit 2 war es die U16 allein. Da haben wir gesehen, dass der Aufholbedarf sehr groß ist und noch viel Arbeit vor uns liegt“.

Wie reagieren die Jungs auf die Überlegenheit der Mädchen, mit Härte oder Schmähung?

„Weder- noch. Hier steht die Fairness im Vordergrund. Die Jungs agieren zwar körperbetont, aber immer im fairen Bereich. Da muss ich hin und wieder eher meine Mädchen bremsen, die es das eine oder andere Mal übertreiben. Schmähungen habe ich noch keine mitbekommen. Auch hier gibt es den Respekt für die Leistung, die die Mädchen abrufen. Ich bin bis jetzt noch nach jedem Spiel vom gegnerischen Trainer und auch teilweise von Eltern angesprochen und beglückwünscht worden. Es freut mich total, dass wir Leute mit unseren Leistungen zum Staunen bringen können. Abgesehen davon, es ist wieder Werbung für den Mädchen- und Frauenfußball“.

Inwieweit soll dieses Team als „Einheit“ später in einen Meisterschaftsbetrieb einsteigen oder sollen herausragende Spielerinnen individuell für die Kampfmannschaft der SPG Kleinmünchen/Blau Weiß aufgebaut werden?

„Ein Team soll immer eine Einheit sein. Bis jetzt funktioniert das sehr gut. Ziel ist es, die Spielerinnen weiterzuentwickeln. Im Idealfall spielen sie dann geschlossen in einer Mannschaft und bestreiten auch die Meisterschaft. Aus Erfahrung weiß ich, dass da viele Faktoren mitspielen müssen, und Hindernisse auftreten können, sei es eine Verletzung oder Veränderungen privater Natur. Wir können ihnen zwar die Türe öffnen, durchgehen müssen die Spielerinnen dann selbst. Aus diesem Grund wird es auch so sein, dass sich herausragende Spielerinnen für die Kampfmannschaft empfehlen werden und ihren eigenen Weg gehen werden, das war in Kleinmünchen schon immer so. Für uns steht Nachhaltigkeit an erster Stelle, nicht umsonst stellen wir das jüngste Team in der ADMIRAL-Frauen-Bundesliga.

Welches Ziel möchtest Du im nächsten Sommer mit diesem Kader erreicht haben?

„Ich möchte eine solide Basis für die Meisterschaft 24/25 schaffen. In welcher Liga wir spielen oder gegen wen wir spielen, ist für mich im Moment nicht so wichtig. Ziele zu haben ist schon wichtig, aber ich mache das nicht von einer Tabelle abhängig. Wenn die Spielerinnen Fortschritte machen, haben wir unser Ziel erreicht. Die Erfolge kommen dann ganz von allein, davon bin ich überzeugt“.

Vielen Dank für Dein ausführliches Statement, ich wünsche Dir, dass Du Deine Vorhaben zur Gänze verwirklichen kannst!

Helmut Pichler

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