„Ich habe lauter hängende Köpfe vor mir gesehen!“ – Neo-Trainer Gerald Dickinger im Interview

Schon vor der jüngsten Niederlage gegen die SU St. Martin in der Oberösterreich-Liga war sie beschlossene Sache, heute wurde sie offiziell gemacht: Davorin Kablars Trennung vom SV Grün-Weiß Micheldorf. Prompt präsentierte der Verein mit Gerald Dickinger einen Nachfolger, dessen nun anstehende Aufgabe simpel wie ambitioniert klingt. Er soll die leidgeprüfte Truppe schnellstmöglich aus der Krise führen. Ligaportal.at sprach mit ihm.

 

Ligaportal.at: „Warum sind Sie der richtige Mann für den Job?“

Gerald Dickinger: „Ich wurde am Samstag kontaktiert. Für mich kam das relativ überraschend. Ich habe dann eine Nacht darüber geschlafen und am Sonntag habe ich noch einmal mit der Vereinsführung telefoniert, um es zu fixieren. Ich habe bislang die 1b trainiert, kenne daher den Verein, die Mannschaft und das Umfeld sehr gut. Immer wieder sind Kampfmannschaftsspieler in der 1b zum Einsatz gekommen. Daher habe ich bereits mit gewissen Akteuren zusammengearbeitet.“

Ligaportal.at: „Wie haben Sie die Entscheidung von Davorin Kablar aufgenommen?“

Gerald Dickinger: „Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Er war einer meiner Spieler, als ich Trainer der LASK-Amateure in der Oberösterreich-Liga war. Hier in Micheldorf haben wir uns quasi eine Kabine geteilt. Wir haben uns immer wieder intensiv ausgetauscht und ich habe da einfach gemerkt, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis er einen Schlussstrich zieht. Nach dem schwierigen Herbst der Vorsaison war das Frühjahr ja positiv. Im Winter hat man sich gut verstärkt. In der Sommertransferperiode hat man aber gesehen, dass die finanziellen Mittel in Micheldorf begrenzt sind. Man muss eben nun mit dem Material arbeiten, das vorhanden ist. Davorin will mehr. Er war Profi und will daher professionell arbeiten. Dass die Sommervorbereitung durch Urlaube der Spieler immer wieder gestört wurde, hat ihn zum Beispiel genervt. Ich glaube auch, dass er nun schon eine neue Aufgabe in Aussicht hatte.“

Ligaportal.at: „Sie haben sich mit dem Verein einmal auf eine Zusammenarbeit bis zur Winterpause geeinigt. Können Sie sich auch ein längerfristiges Engagement vorstellen?“

Gerald Dickinger: „Darüber bin ich mir selber noch nicht ganz im Klaren. Wir legen jetzt erst einmal den Fokus auf die nächsten vier Spiele. Es ist wichtig, dass wir da gleich punkten. In beruflicher Hinsicht habe ich mit meiner Fußballschule viele Projekte am Laufen. Ich habe in dieser Hinsicht in den kommenden Wochen schon etwas umstrukturieren müssen. Ich muss im Winter schauen, was für mich Priorität hat. Es hat natürlich seinen Reiz, ein Team in der Oberösterreich-Liga zu trainieren. Ich weiß, dass mit dieser Mannschaft viel möglich ist.“

Ligaportal.at: „Was ist jetzt gleich am Beginn der Zusammenarbeit mit den Spielern wichtig?“

Gerald Dickinger: „Als die Mannschaft gestern von Davorins Entscheidung erfuhr, habe ich lauter hängende Köpfe vor mir gesehen. Ich war aber gut für das erste Training vorbereitet, habe den Spielern gesagt, dass es um den Verein geht und nicht um Davorin Kablar. Wir müssen schauen, dass wir am Samstag mit Selbstvertrauen nach Bad Ischl fahren. Das gestrige Training war hervorragend, alle waren dann hochmotiviert. Grundsätzlich ist mir der mentale Aspekt sehr wichtig. Gegen Donau hat man gesehen, was möglich ist, wenn man mit dem Kopf voll da ist. Auch der körperliche Bereich ist essentiell. Ich denke da an Dinge wie Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten. Wir müssen einfach unsere Leistungen stabilisieren.“

Ligaportal.at: „Werden Sie konkrete Änderungen vornehmen, was zum Beispiel die Aufstellung betrifft?“

Gerald Dickinger: „Was auf jeden Fall anders sein wird und das war auch gestern im Training schon so, ist, dass ich vermehrt junge Akteure aus der 1b dazu nehmen werde. Davorin hat gesagt, dass er fertige Spieler braucht. Ich komme aber aus der Nachwuchsschiene und weiß, dass in Micheldorf talentierte Akteure vorhanden sind. Außerdem weiß ich, was diese brauchen. Ob diese zu Stammkräften werden, wird man sehen. Es ist klar, vorrangig geht es um Punkte. Grundsätzlich lässt der relativ kleine Kader keine großartigen Veränderungen zu. Ich will aber die Führungsspieler mehr in die Pflicht nehmen. Zudem muss man bis zum Winter beobachten, welche Akteure voll mitgehen, um schon in personeller Hinsicht die Weichen zu stellen.“

 

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