Beweggründe, Ziele, Unvollendetes – Andreas Gahleitner im großen Abschiedsinterview

Andreas Gahleitner ist nicht mehr Trainer der Union Edelweiß in der Oberösterreich-Liga. Nun also der LASK. Das Engagement als Talente-Coach ist die neue Herausforderung des 37-Jährigen. Im Nachhinein muss man sagen, dass die Union Edelweiß in gewisser Weise damit rechnen musste. Denn was bereits bei der Amtsübernahme im Sommer 2018 besprochen wurde, wurde nun schlichtweg spruchreif. Ein Dialog über Abschiede und neue Chancen.

 

Ligaportal.at: „Ist es ein logischer Schritt, einen Oberösterreichligisten zu verlassen, um beim LASK diese Aufgabe zu übernehmen?“

Andreas Gahleitner: „Das Engagement als Talente-Coach ist ein hauptberuflicher Trainerjob, also 40 Stunden pro Woche. Es war immer mein Bestreben, im Profifußball unterzukommen. Der LASK hat mich zu einem Gespräch eingeladen und mir dieses Berufsfeld nähergebracht. Ich habe es schon immer gern gemacht, am Spieler an sich zu arbeiten. Das ist eine Abwechslung zum klassischen Mannschaftstrainer. Es ist ein anderes Arbeiten. Man steht nicht an vorderster Front, hat nicht diesen Leistungsdruck.“

Ligaportal.at: „Wie lange haben Sie überlegen müssen?“

Andreas Gahleitner: „Es ist eine schöne Herausforderung. Wenn man aber mit etwas aufhört, wo man sich etwas aufgebaut hat, dann blickt man wehmütig zurück. Außerdem ist es so, dass ich mit Edelweiß noch Ziele hatte, weil wir natürlich mit dem Abschneiden im Herbst nicht zufrieden waren. Es wäre auch ein Wunsch gewesen, das noch weiterzuführen und im Frühjahr ins Positive zu lenken. Somit bleibt es irgendwie unvollständig. Die Zusammenarbeit mit meinem Trainerteam war sehr gut. Der Verein ist zudem zu mir gestanden, als Thomas Rakowetz entlassen wurde.“

Fussball Askoe Donau Linz vs DSG Union Perg 13.04.2018 3

Ligaportal.at: „Wie haben Verein und Mannschaft Ihre Entscheidung aufgenommen?“

Andreas Gahleitner: „Ich habe schon gemerkt, dass da eine Enttäuschung auf Seiten des Vereins da war. Es war aber von Anfang an ausgemacht, dass sie mir keine Steine in den Weg legen, wenn sich die Chance ergibt, im professionellen Fußball zu arbeiten. Daran haben sie sich gehalten. Das rechne ich ihnen hoch an. Die Mannschaft wurde am gestrigen Abend informiert. Sie wurde dahingehend vor vollendete Tatsachen gestellt. Es war mir aber wichtig, den Spielern meine Entscheidung zu erklären und mich bei allen zu bedanken. Wir hatten ein gutes Verhältnis, der Abschied ist positiv verlaufen.“

Ligaportal.at: „Was war positiv während Ihrer Zeit bei der Union Edelweiß? Was ärgert Sie im Gegensatz dazu im Nachhinein?“

Andreas Gahleitner: „Wir hatten eine gewisse taktische Struktur. Besonders in der Vorsaison waren wir in der Defensive sehr stabil. Zudem bin ich stolz, dass ich mit der Mannschaft die beiden Cup-Bewerbe gewonnen habe. Speziell der Sieg im Baunti Cup war ein Highlight, weil es der erste in der Vereinsgeschichte war. In dieser Saison haben wir den Fokus vermehrt auf die Offensive gelegt, ohne die defensive Stabilität zu verlieren. Man muss deutlich sagen, dass uns dieser Spagat nicht geglückt ist. Das wäre nun ein Schwerpunkt in der Vorbereitung für das Frühjahr gewesen.“

Ligaportal.at: „Streben Sie den Cheftrainerposten einer Profimannschaft an?“

Andreas Gahleitner: „Das ist schwer zu sagen. Fest steht, dass ich im professionellen Fußball bleiben will. Es muss aber nicht das Amt des Cheftrainers sein. Ich kann mir auch vorstellen, als Spartentrainer zu arbeiten, wie ich es vom ÖFB kenne. Jetzt freue ich mich einmal auf diese Aufgabe.“

 

Fotocredit: Harald Dostal 

 

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