Fußball-Krimi in Lambach

Nichts für schwache Nerven war das Derby in der Bezirksliga Süd zwischen dem SK Sparkasse Rot-Weiß Lambach und der Union Thalheim. In einem wahren Fußball-Krimi hatte die Mannschaft von Trainer Hannes Reinmayr trotz eines 1:2-Rückstandes am Ende mit 3:2 die Nase vorne und darf weiterhin vom Meistertitel träumen. Da allerdings Regau für Aufstiegskonkurrent Stadl-Paura beim 3:1-Sieg der Kabashi-Elf keinen Stolperstein darstellte, geht zwei Runden vor dem Ende der Saison das packende Kopf-an-Kopf-Rennen weiter.

Es war ein absoluter Krimi, den selbst Kult-Regisseur Alfred Hitchcock nicht spannender hätte gestalten können. Und es war auch ein Spiel der vergebenen Chancen, denn auf beiden Seiten hätte viel früher eine Entscheidung in diesem Derby herbeigeführt werden können. Als die Lambacher den 0:1-Pausenrückstand nach dem Treffer von Hannes Danninger mit einem Doppelschlag binnen zwölf Minuten das Spiel drehten, schienen die Thalheimer bereits geschlagen und der Meistertitel in weite Ferne gerückt. Doch dann hatten Ismir Jamakovic und Roland Ulrich in den Schlussminuten ihren großen Auftritt.

Umstellungen bei Thalheim
Thalheims Coach Reinmayr konnte in Lambach wieder auf die Dienste von Jamakovic und Ulrich bauen, die bei der 1:2-Niederlage in der Vorwoche gegen Frankenburg nicht zur Verfügung standen. Dafür waren die gesperrten Abwehrspieler Sascha Zoni und Tobias Klein zum Zusehen verdammt. Und auch Torjäger Martin Dollinger stand aufgrund einer Verletzung ebenfalls nicht im Aufgebot. Herbert Linimair rückte auf die für ihn ungewohnte linke Abwehrseite, Thomas Mitterhumer sollte über rechts für Gefahr sorgen. Zu Beginn der Partie war es allerdings Flügelflitzer Stefan Schwarzlmüller, der in der 15. Minute die erste gute Möglichkeit ausließ.

Verdiente Pausenführung der Reinmayr-Elf
Die Lambacher waren defensiv gut organisiert und versuchten mit vielen kleinen Fouls den Spielrhythmus der Thalheimer zu stören. Machtlos waren die Gastgeber allerdings in der 27. Minute, als Danninger ein ideales Zuspiel von Liridon Abdullahu zum 0:1 verwertete. Danach waren die Gäste die klar bessere Mannschaft, scheiterten aber entweder an der mangelhaften Chancenauswertung oder am Schiedsrichter-Assistenten, der bei einigen strittigen Abseitsentscheidungen ab und an daneben lag. Dennoch ergaben sich genügend Möglichkeiten für die Reinmayr-Elf, die jedoch leichtsinnig vergeben wurden. Der angeschlagene Lambach-Keeper Diego Rougier parierte in der 35. Minute einen herrlichen Abduallhu-Schuss, wenige Minuten später fand der Thalheimer Stürmer erneut im Argentinier seinen Meister. Kurz vor der Pause hatten noch Schwarzlmüller, nach eklatanten Fehlpass der Lambacher, und Jamakovic die Chancen auf eine höhere Führung. Lambachs beste Einschussmöglichkeit vergab Edis Alekic in Minute 33 per Kopf.

Lambach dreht Spiel
Nach dem Seitenwechsel ergaben sich für die Schützlinge von Hannes Reinmayr weitere Großchancen. Doch Schwarzlmüller und vor allem Abdullahu hatten an diesem Tag ihr Visier besonders ungenau eingestellt. Und so kam es, wie es kommen musste: Nach einer Flanke von der rechten Seite fühlte sich niemand verantwortlich für Thomas Gasperlmair, der nach einer Stunde zum Ausgleich traf. Nun war Lambach „on fire“. Fünf Minuten später bewahrte Gäste-Torhüter Michael Oos seine Mannschaft mit einer Glanzparade gegen den eingewechselten Jürgen Wimmer vor einem Rückstand. Beim Kopfball des aufgerückten Bernhard Quirimayr (72.) war aber auch der 24-Jährige machtlos – 2:1.

Thalheimer Siegtreffer Sekunden vor Schluss
Der Traum vom Aufstieg in die Landesliga schien für Thalheim bereits geplatzt. Doch die Gäste bewiesen Charakter, warfen noch einmal alles nach vorne und erzwangen in der Schlussphase das Glück. Jamakovic knallte in der 85. Minute einen Freistoß ins Kreuzeck – 2:2. Den Matchball vergaben danach die Lambacher: „Joker“ Philipp Wasserbauer enteilte in der 88. Minute der Thalheimer Hintermannschaft und lief alleine auf Schlussmann Oos zu, der sich aber erneut auszeichnen konnte. Am Ende wurde der Jung-Papa zum „Man of the match“, denn in der 91. Minute gelang Roland Ulrich nach einem Traumpass von Linimair der vielumjubelte Siegestreffer. Der Ungar setzte einen Kopfball über den herauslaufenden Rougier zum 3:2 für die Union Thalheim in die Maschen und ließ sich feiern. Sekunden später war am Sportplatz in Lambach Schluss.


Text und Foto: Thomas Waage

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