Nach Annullierung der Meisterschaft, Chance auf Frauenligen- „Korrektur“?

Der ÖFB hat sich schon vor Wochen im Amateur- und damit auch im Frauenfußball für den Abbruch der Saison 2019/20 entscheiden, womit es keine Meister und Pokalsieger, keine Aufsteiger und keine Absteiger gibt. In unserm Nachbarland Bayern ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen, der Spielbetrieb wurde vorerst bis 31. August ausgesetzt, Präsident Rainer Koch möchte laut einem Bericht der führenden deutschen Sport-Illustrierten, SPORT-BILD, zumindest eine Saison „über die Bühne bringen“. Betroffen davon ist auch Oberösterreichs Jung-Internationale Isabella Schneiderbauer aus St. Marienkirchen/Schärding, die mit der U17 von Frauenbiburg noch immer auf die Aufstiegschance für ihr Team in die Juniorinnen-Frauen-Bundesliga hofft. Ligaportal stellte einige Überlegungen zu einer Verbesserung der Struktur der o.ö. Frauen-Ligen bei einem „Neustart“ an und diskutierte darüber mit der stellvertretenden Referentin für Frauenfußball im OÖFV, Andrea Binder.

 

Andrea, wäre beim Neustart der O.Ö. Liga im Herbst 2020 oder Frühjahr 2021 nicht die Chance, durch das „Aufrücken“ des souveränen Tabellenführers der Landesliga, Union Nebelberg, endlich eine „Zehnerliga“ herzustellen?

"Der OÖFV hat kürzlich beschlossen, dass die Ligen und Klassen analog zur Saison 2019/20 eingeteilt werden, mit dem Hinweis, dass bei Wegfall einzelner Mannschaften in den „höheren“ Spielklassen die jeweiligen Ligen bzw. Klassen in reduzierter Gruppenstärke (z.B. nur mit 13 Mannschaften) ausgetragen werden. Das würde ich persönlich analog auch für die oberste Spielklasse im Frauenfußball in OÖ so sehen, womit weiterhin unverändert mit den neun Mannschaften gestartet würde."

Eine Eingliederung der beiden ebenfalls deutlich Führenden nach dem Herbst in beiden Frauenklassen, St. Stefan und Lochen, könnte dann die Landesliga auf 13 Teams verstärken?

"Womit wir wieder eine ungeliebte „schräge“ Liga mit einem pausierenden Team pro Runde hätten, außerdem gilt das vorhin Gesagte für die zweithöchste oö Liga".

Siehst Du eine Chance, die Frauenklasse Süd/West mit der „Schrumpfliga“ von nur mehr fünf Mannschaften zu refomieren?

"Der OÖFV hat auch festgehalten: sollte sich die Anzahl der Vereine in den 2. Klassen so weit reduzieren, dass durch Reduktion einer Klasse wieder Gruppenstärken von 14 Vereinen erreicht werden können, wird im Bereich der 2. Klassen eine entsprechende Umgruppierung stattfinden. Daraus könnte man jetzt ableiten, dass dies auch für die unterste Frauenklasse gilt und man dann eine einheitliche Liga installieren könnte".

Trotz der sehr großen Reisekosten und -strapazen?

"Da stellt sich dann die Vor-Frage, wem man den Vorzug gibt: einem sportlich wertvollen Bewerb oder muss man andere Prioritäten setzen?"

Bei den Männern wurden die Herbstmeister von der Bezirksliga bis zur 2. Klasse mit der Teilnahme am o.ö. Landescup vom OÖFV für ihre sportlichen Leistungen in der abgelaufenen Saison belohnt, wären nicht auch die Darbietungen der Frauen zu honorieren?

"Nur durch eine Sondergenehmigung könnten Ausnahmeregelungen, wie vorhin besprochen, getroffen werden, ich persönlich wünsche mir aber immer, dass eine „Gleichbehandlung“ gepflegt wird".

Aktuelle wirtschaftliche Zwänge könnte sich auch bei den Frauenteams negativ auswirken, gibt es schon Anzeichen für Abmeldungen?

"Im Juni ist erst ein Überblick möglich, wenn sich die Teilnehmer für die kommenden Meisterschaft anmelden. Deshalb und wegen der Ungewissheit der Dauer der Corona-Krise halte ich es eigentlich für verfrüht, Überlegungen hinsichtlich einiger Liga-Reformen anzustellen."

Trotzdem herzlichen Dank für das Gespräch und Alles Gute!

Würde die O.Ö. Liga nicht nur komplettieren, sondern auch spielerisch bereichern: Union Nebelberg (Foto: Verein)

 

Helmut Pichler 

 

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